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Dieter Danninger
Mittwoch, den 01. Mai 2013 um 00:26 Uhr
Als gebürtiger Völklinger finde ich es absolut beschämend, dass man nicht in der Lage ist der "Bouser Höhe" ihren verdieten Namen wiederzugeben, sondern stattdessen einen, nach einem Kriegsverbrecher benannten Ort nicht wieder umzubenennen. Auch mit dieser halbherzigen Lösung "Röchling-Höhe" kann ich mich leider nur äußerst bedingt anfreunden.
Reinhard Brand
Dienstag, den 29. Januar 2013 um 19:40 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe heute zum ersten Mal von dieser Geschichte erfahren (aus dem Online-Portal der FAZ)und bin völlig überrascht davon zu lesen, dass es 2013 tatsächlich Menschen gibt, die am Namen eines Kriegsverbrechers für ihren Stadtteil festhalten wollen. Leider konnte ich noch nicht herausfinden, ob es sich vorwiegend um ältere Personen handelt. Ich fürchte aber, dass das nicht der Fall ist und sich auch eine ganze Reihe jüngerer Menschen zu so etwas versteigen. Die Gründe dafür sind für mich nicht nachzuvollziehen. Halten Sie durch, die Vernunft ist auf Ihrer Seite!
Karl Heinz Müller
Montag, den 28. Januar 2013 um 18:31 Uhr
Hallo,
als ehemaliger Völklinger wurde immer von Seiten meiner Mutter von der Bouser Höhe gesprochen. Mit den Jahren, als wir Kindermehr Interesse an der Vergangenheit hatte ich mich immer wieder gefragt, warum eine Stadt, die damals noch von Sozialdemokraten geführt wurden, dagegen nichts unternommen hatten.
Wir hier in Celle haben es erreicht, das die Naziverbrecher nicht mehr als Straßennahmen genannt werden, sie wurden schlichtweg gestrichen und das unter einen Sozialdemokratischen Bürgermeister, der nicht von hier kam.
Die Christdemokraten haben sich gewehrt!!!!
Es Lebe die Bouser Höhe!!
Dr. Jürgen Richter
Montag, den 17. Dezember 2012 um 10:29 Uhr
Liebe Völklinger,
1956 in Berlin geboren, habe ich von 1962-1966 auf der HRH in der Schmelzer Str. gewohnt und habe meine ersten vier Schuljahre bei der Lehrerin Frau Ihl auf der HRH absolviert.
Es war eine abenteuerliche Zeit mit gefährlichen Spielen in den Überresten der Westwall-Bunker im Wald.
Keiner der Alteingesessenen sprach jemals von der HRH. "Bouser Höhe" war die einzige geläufige Bezeichnung.
Ich freue mich über Ihr Bemühen,die mehr als problematische Benennung nach einem der frühen Steigbügelhalter und schwerindustriellen Financiers der Hitlerfaschisten zu revidieren.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
Martin Schorr
Freitag, den 07. Dezember 2012 um 20:57 Uhr
Liebe Initiatoren der „Bürgerinitiative gegen das Vergessen“,
Gestern habe ich die Sendung „Ein Stadtteil mit dem Namen eines Naziverbrechers“ im Deutschlandfunk gehört. Der Streit um die Namensgebung hat also wieder bundesweit Beachtung gefunden.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1943174/
Die Aussage im Beitrag von Herrn Krieger - er scheint Sprecher einer Bürgerinitiative für den Erhalt des Namens „Herman-Röchling-Höhe“ zu sein – amüsierte mich etwas:
"Es geht um den Ort Hermann-Röchling-Höhe, wo die Leute sich daheim fühlen, […]. Man fühlt sich dort daheim, das ist mein Wohnort. Und warum soll ich mir den wegnehmen lassen?"
(Recherchen im Internet haben mir leider keine brauchbaren Ergebnisse geliefert um Herrn Krieger direkt anzusprechen.)
Offensichtlich herrscht unter den Gegnern der Umbenennung der Glaube vor, dass durch die Namensänderung, die Wohnräume enteignet oder der Stadtteil sogar dem Erdboden gleich gemacht würden.
Würde dies zutreffen, wäre das tatsächlich fatal! Ich würde gegen eine Umbenennung kämpfen, führte diese zu den ursprünglichen Zuständen, die die ersten Siedler der „Bußer Höhe“ antrafen. Meine Großeltern gehörten zu ihnen.
Mein Großvater hat mir oft erzählt, wie mühselig es war die Eichenstümpfe dem Waldboden zu entreißen, das Ausschachten der Baugruben ohne maschinelle Hilfe, der Hausbau nach Feierabend…
Wenige Jahre später hat ein Krieg den bescheidenen Wohlstand - Frucht beschwerlichen Arbeit - zunichte gemacht; Ein Krieg der viel Väter hatte, unter anderem unser umstrittener Namensgeber.
Demnach wäre es also vordringlichste Aufgabe der „Initiative Bouser Höhe“ deutlich zu machen, dass nur die Ortsschilder ausgewechselt werden, nicht aber die Häuser, die Straßen und - Gott bewahre - die Bewohner!
Aber ernsthaft. Seit ich die Tätigkeit ihrer Initiative wahrnehme, stellt sich mir die Frage:
Was bringt so viele dazu sich gegen eine Namensänderung zu stemmen?
Hermann Röchling gehörte einer ganz anderen Gesellschaftsschicht an, als die Bewohner des nach ihm benannten Ortsteils. In den 20er Jahren wurde unsere Urgroßvatergeneration ausgebeutet. Sie kämpfte um Löhne und ein lebenswertes Leben ihrer Nachkommen.
In der Zeit des Dritten Reichs schließlich, wurden soziale Einrichtungen geschaffen, um den unseligen Pakt zwischen Arbeitern und Kapitalbesitzern zu untermauern. Dieser ging bekanntlich auf Kosten anderer, schließlich auf Kosten von Zwangsarbeitern und zuallerletzt auf Kosten aller.
Auf der anderen Seite der Waagschale ist das kostenfreie Material für den Straßenbau, das Röchling für die neue Siedlung bereit gestellt hat, die Arbeit im Aufsichtsrat der Baugenossenschaft und die Gewährung von Krediten.
Und natürlich dürfen wir nicht die sagenhafte Begebenheit vergessen, bei welcher es Röchling gestattete, dass „Onkel Fritzchen“ mal auf dem Gaul des Patriarchen reiten durfte.
In welche Richtung die Waagschale pendelt, kann nur jeder für sich entscheiden. Aber das zu erwartende Votum pro Röchling, wundert mich dann doch.
Was die „Initiative gegen das Vergessen“ aus meiner Sicht erreicht hat, ist vor allem, dass die Einwohnerschaft des Ortsteils so gut über ihren Namensgeber informiert ist wie nie zuvor. Die historischen Ereignisse - mögen sie auch noch so unerfreulich sein - sind unstrittig Teil der Geschichte, eben auch der Völklinger Geschichte.
Was sich in den letzten Jahren aber auch entwickelt hat, ist eine Gegenbewegung die sich mit rechten Parolen gemein macht und - seit dem Protest von Herrn Bermann (Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar) gegen die Namensgebung „Röchling-Höhe“ – Antisemitismus.
Als historisch Interessierter sehe ich die Ereignisse unserer Geschichte distanziert genug um zu versuchen mir ein objektives Bild (ohne irgendwelcher Schuldgefühle aufgrund meiner Nationalität) zu machen. Als Mensch (sicher, auch historisch Interessierte sind Menschen) habe ich genug Empathie für Opfer von Verbrechen um darüber zornig zu werden.
In solidarischer Verbundenheit
Martin Schorr
SPD OV Völklingen
Sonntag, den 23. September 2012 um 21:42 Uhr
Unter dem unten angegebenen Link kann unter vielem anderen zu Hermann Röchling
das “Urteil vom 25.Januar 1949 in Sachen Hermann Röchling und Genossen wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf die Berufung gegen das Urteil vom 30. Juni 1948″
erstmals (!) eingesehen werden.
Nach ausführlicher Durchsicht dieser Unterlagen
muß jeder zu der Erkenntnis gelangen das eine Umbenennung der HRH unvermeidlich sein wird.
http://www.hermann-roechling.de/fakten/1949-01-urteil-vom-25-januar-1949-
in-sachen-hermann-rochling-und-genossen/
Edmund Barth
Montag, den 27. August 2012 um 19:20 Uhr
Hanns Dieter Hüsch
"Das Phänomen"
http://www.youtube.com/watch?v=GXa2OSgya0I
Anonym
Samstag, den 11. August 2012 um 11:05 Uhr
Liebe Initiative,
Ich sehe die im Saarland etwas in Mode gekommene Umbennung von Ortsteilen, Strassen etc. mit Unverständnis.
Die Frage ist doch was man mit der Tilgung des Namens von Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Raum erreichen will.
Das Herman Röchlin eine bedeutende Persönlichkeit für das Saarland war, steht wohl außer Frage.
Die Familie Röchlin und die damit verbundene Hüttenkultur beeinflusste Völklingen und Umgebung sicherlich wirtschaftlich, städtebaulich und sozial.
Das er kriegsverbrecherisch gehandelt hat und mindestens auch opportunistisch mit dem *** Regime verbunden war ist ebenso klar.
Zum Umgang mit unserer Geschichte gehört für mich auch die Verabschiedung vom schwarz/weiß-Denken, guter Mensch, böser Mensch.
Fakt ist: H. Röchlin hat sich verdient gemacht und wurde einer Ehrung für würdig befunden.
Fakt ist auch: Er war Nutzniesser von Unterdrückung und Misshandlung.
Ich glaube Hochhaltung und nicht das Verdecken dieser Attribute ist der bessere Umgang mit unserer Geschichte.
mfG
kempf
Dienstag, den 13. März 2012 um 23:05 Uhr
Eine solche Initiative ist bestimmt ehrenvoll, wenn auch 54 Jahre zu spät. Die Diskussion darüber, ob Herrmann Röchling da persönliche Schuld bei der Beschäftigung von Zwangsarbeitern auf sich geladen hat sollte man von beweiskräftigen und überprüfbaren Fakten bestimmen lassen und weniger von Emotionen. Die Amerikaner haben Todesurteile von Nazirichtern ebenso bestätigt, wie sie Leute wie Mengele laufen gelassen haben. Eine Verurteilung durch die Amerikaner erscheint mir da wenig aussagekräftig.
Genausowenig sollte man vergessen Leute wie Jean Ziegler eben NICHT zu zitieren, denn dessen Rolle in den Beziehungen zum bestimmt nicht sehr menschenfreundlichen Diktator Ghaddafi ist bis jetzt noch völlig ungeklärt, dass er ein Kommunist mit einem ausgesprochen unqualifizierten Hass auf den Westen ist, ist dagegen unbezweifelt.
Auch stellt sich da noch die Frage, welchen Grund die Ehrung hatte, denn es haben ja einige Tausend Leute eine menschenwürdige und auch heute noch sehr lebenswerte Unterkunft bekommen, weshalb man diesen Stadteil ja so benannte. Wie wärs mit einer Volksbefragung? In meiner Jugend in den 60ern hätte ich auf Rückbenennung getippt, heute eher nicht.....
Alexander
Freitag, den 23. Dezember 2011 um 17:02 Uhr
Warum wollen sie denn um Himmels willen Ihre Hermann Röchling Höhe umbenennen? Seien Sie doch stolz auf diesen berühmten und tollen Namensgeber. Bouser Höhe klingt nicht so gut, zumal der Ortsteil nix mit Bous zu tun hat. Meines Wissens haben sich die Bouser bisher noch nicht für Völklingen verdient gemacht, wohl aber Hermann Röchling. In der ganzen Stadt sieht man seine Handschrift und sein vielfältiges Engagement. Seien Sie doch dankbar für Hermann Röchling für sein Wirken.